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Salon im Fachwerk
Bad Banker im Salon: Buchautor Markus Will über Finanzhaie und gierige Investmentbanker
Liebe Freunde der geistvollen Kommunikation!
Es geht ganz in Salonmanier mit der feinen Diskussion im Fachwerksalon weiter, und auf diesen Salonabend, liebe Gäste, haben wir uns wirklich sehr gefreut; ist es doch ein Thema, dessen Versuch der Aufklärung uns sehr am Herzen liegt.
Einladen möchten wir Sie zum Salon im Fachwerk am Mittwoch, den 9. März 2011 mit dem Buchautor und Kommunikationsexperten Markus A. Will, der sein aktuelles Buch “Bad Banker” vorstellt.
Sie haben richtig gelesen; es geht um “Bad Banker”. Das hat zwar so gar nichts mit Karneval aber vielleicht doch ganz schön viel mit der Katerstimmung am Aschermittwoch zu tun. Der Begriff ist abgeleitet von Bad Bank, was eine Abwicklungsbank ist für sog. notleidende Kredite sanierungsbedürftiger Banken. D.h. im Klartext die Übertragung der Ausfallrisiken auf Dritte. Im Rahmen der Bewältigung einer Bankenkrise kann die Überführung solcher Kredite in eine Abwicklungsbank, für deren übernommenes Kreditportfolio der Staat oder eine Bankengruppe die Haftung übernimmt, eine Vorgehensweise darstellen, um eine akute Insolvenz abzuwenden.
So ja auch aktuell geschehen: Am 2. Oktober 2010 übertrug die verstaatlichte Bankenholding Hypo Real Estate existenzbedrohende Wertpapiere und Kredite von über 12.500 Einzelpositionen in Wert von rund 173 Milliarden Euro in die neugegründete FMS Wertmanagement.
Auch wenn es fast zu profan ist, ich befürchte, jeder von Ihnen hat sich schon mal über seine Bank des Vertrauens geärgert. Entweder über den Kredit, den sie trotz Sicherheiten nicht bewilligt haben, über ein überzogenes Konto oder über ein Zuviel an Beratung für Sparguthaben, Derivate, Fonds etc., die uns wirtschaftlichen Reichtum versprachen.
Sicher ist es so gewesen!
Und die jüngste globale Finanzkrise hat sozusagen das Fass zum Überlaufen gebracht bzw. war in unserer Wahrnehmung eine Art Paradigmenwechsel in der vertrauensvollen und vielleicht letzten Kundenbeziehungs-Bastion, die es zwischen Käufer und Verkäufer noch gegeben hat. Diese ist an ihre Grenzen gestossen, wurde geläutert und vor grosse Herausforderungen gestellt.
Viel wurde viel geschrieben und gelitten über eben diese jüngste Finanzkrise. Reihenweise haben hörige Bankkunden Vertrauen in ihre beflissenen Kundenberater verloren als sie plötzlich vor dem finanziellen Aus standen und selbst der konservative Bausparvertrag nichts mehr taugte. Politiker wie Wissenschaftler betrieben Ursachenforschung, Talkrunden beschäftigten sich mit der Gier ums Geld und der Ethik im Bankenwesen.
Jetzt ist es an der Zeit, dass sich auch die Salongesellschaft an dieses „heisse Eisen“ wagt. Eingeladen haben wir dazu den Kommunikationsexperten und Autor Markus A. Will, der sich ebenfalls, aber auf viel unterhaltsamere Art mit Bad Bankern beschäftigt. Markus Will hat nämlich den Krimi zur Finanzkrise geschrieben. “Bad Banker” heißt er.
Sein 734-Seiten dickes Werk ist eine Mischung aus Fiktion und Realität. Echt ist der zeitliche Rahmen, der 2007 beginnt und im Heute endet. Realitätsnah ist auch die Beschreibung der Finanzkrise. Frei erfunden sind natürlich die Namen der handelnden Personen und Institutionen um den Chef der Kapitalmarkabteilung Mitch Lehman, die 25jährige Reporterin Carla Bell und die Finanzingenieurin Isabella Davis von der Carolina Bank.
Im Salon liest der Wahlschweizer Will aus seinem Buch, berichtet über die reale Bankenwelt aus seiner Zeit als Kommunikationschef von Merrill Lynch und Deutsche Morgan Grenfell in London und erläutert die Hintergründe des Bankensystems. Gemeinsam mit uns lädt er zur Diskussion über Finanzhaie, gierige Investmentbanker, Ethik und Moral und andere Schurken im Kapitalmarkt.
Fragen Sie, was immer Sie wissen wollten über Gier, Ethos, Leidenschaft und Wahrheit im Kapitalmarkt. Diskutieren Sie über die graue Eminenz der Horden von Grosskunden- und Anlageberatern, Fondsmanagerin, Notenbankchefs etc.
Wir freuen uns sehr auf die Diskussion mit Ihnen!
Und natürlich sorgt die Theejungfrauen Kathrin Kronebach und Salonlöwe Dr. Christoph Georgi wieder für Ihr leibliches Wohl; beide tun alles, damit Sie immer wieder unsere Gäste sein möchten. Sicherlich gibt es auch ein Karnevals-Leckerli für Sie!
Salon im Fachwerk: „Bad Banker“ – Buchautor Markus Will über Finanzhaie und gierige Investmentbanker
Musik: Die bezaubernde Gitarristin Heike Matthiesen – Mehr unter: http://www.heikematthiesen.com
Beginn: Mittwoch, 9. März 2011, 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Eintritt: 12,- EUR incl. Programm, Thee und Butterbroten, exkl. Wein
Veranstaltungsort: Haupt str. 1–3, 65344 Elt ville / Mar tins thal
Anmel dung: Die Salongesellschaft, Telefon: 06123 / 709 830, Email: naegler@salongesellschaft.de
Absagen am Veranstaltungstag werden nur dann nicht in Rechnung gestellt, wenn wir die Karten noch weiterverkaufen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Über den Autor:
Markus A. Will schreibt seit über 20 Jahren über wirtschaftliche Zusammenhänge. Zunächst als Wirtschaftsjournalist bei der renommierten Börsen-Zeitung, dann als Kommunikationsdirektor von Merrill Lynch und Deutsche Morgan Grenfell in London. Seit dieser Zeit beobachtet er die Kapitalmarktwelt. Seit 1998, nach dem Wohnortwechsel in die Schweiz, betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Corinna Gutt eine Unternehmensberatung für Kommunikationsmanagement in der Nähe von St. Gallen und lehrt an der Universität HSG in St. Gallen inzwischen als Privatdozent Kommunikationsmanagement. Mit seinen Romanerstling „bad banker“ kommt ein weiteres Genre hinzu, Wirtschaft spannend und unterhaltsam einem breiten Publikum zu vermitteln. Weiterführende Informationen unter: http://markuswill.com/
Im Netz können Sie uns jetzt auch vorab auf Facebook besuchen. Beate Hiller hat uns dort nun eine tolle, neue Seite eingerichtet: http://www.facebook.com/
Salon im Fachwerk
“Aus der Traum” mit Andreas Fulda, Amnesty International
Liebe Freunde der geselligen Konversation!
Nach so viel Musik nun endlich auch wieder etwas für die Sprachkultur, liebe Salongäste. Wir lieben die Musik, freuen uns aber jetzt auch auf wortgewaltige Diskussionen mit Ihnen und haben dafür einige Themen mit Sprengkraft und spannende Experten für die nächsten Salonmonate eingeladen.
Weiter geht es mit unserem Salon im Fachwerk am Mittwoch Abend, den 9. Februar 2011, zu dem wir Sie recht herzlich einladen möchten.
Wir dachten, wir starten gleich etwas kontrovers in die neue Salonsaion und haben uns die Empfehlung eines Salongastes zu Herzen genommen und Amnesty International zu uns ins Fachwerk geladen. Genauer gesagt den Leiter der Länderkoordinationsgruppe Südwestpazifik Andreas Fulda, der über die Arbeit in den Urlaubsparadiesen Indonesien, Malaysia und Teilen des Pazifik spricht.
Sie wissen schon, worauf wir hinauswollen? Die Ländern von denen Andreas Fulda, übrigens ein waschechter Banker aus Frankfurt, der sich schon seit 20 jahren ehrenamtlich bei Amnesty International engagiert, spricht, sind klassische Urlaubsparadiese. Urlaub in Malaysia und Singapur beispielsweise verspricht eine Traumreise wie aus dem Bilderbuch. Zu den begehrenswerten Reisezielen gehören die Hauptstadt Kuala Lumpur, Sonne und Strand auf der Insel Langkawi, Dschungelfeeling in den Cameron Highlands und der Trip in die Metropole Singapur sind die Höhepunkte einer Reise in den Südwestpazifik.
Aber die traumhafte Medaille mit Strand, Sonne, schillernden Städten und exotischen Köstlichkeiten hat eben auch eine Kehrseite: Keine Angst, wir wollen Ihnen den Urlaub keinesfalls vermiesen sondern Sie aufmerksam machen auf die Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern und die wichtige Arbeit von Organisationen, wie Amnesty International.
So erläutert Andreas Fulda den Aufbau einer Länderkoordinationsgruppe, nimmt zur aktuellen Lage, insbesondere der Menschenrechte und der Entwicklung neuer Arbeitsfelder in den geografischen Bereichen Australien, Indonesien, Malaysia, Singapur sowie Teilen des Pazifik Stellung.
Müssen sich Tourismus und Erhalt der Kulturenvielfalt ausschließen?
Können Sie als Urlauber auch von den Menschenrechtsverletzungen betroffen sein?
Ist der Tourismus förderlich für die Arbeit von Amnesty International?
Wie können beide in Einklang leben?
Welche Erfolge hat die Arbeit von Amnesty International bereits vorzuweisen?
Was sind die Beweggründe, sich hier ehrenamtlich zu engagieren?
Für diese und Ihre Fragen und Gedanken ist vor, während und nach dem Beitrag ganz in Salonmanier Zeit zum Austausch, zum Nachdenken und Diskutieren über die zwei Seiten der Medaille.
Salon im Fachwerk: “Aus der Traum” mit Andreas Fulda, Mitglied der Länderkoordinationsgruppe Südwestpazifik von Amnesty International
Mehr im Netz unter: www.amnesty-suedwestpazifik.de
Beginn: Mittwoch, den 9. Februar 2011, 19.3o Uhr, Einlass ab 19.0o Uhr
Eintritt: 12,- EUR incl. Programm, Thee und Butterbroten, exkl. Wein
Veranstaltungsort: Haupt str. 1–3, 65344 Elt ville / Mar tins thal
Anmel dung: Die Salon ge sell schaft, Tele fon: 06123 / 709 830, Email: naegler@salongesellschaft.de
Absagen am Veranstaltungstag werden nur dann nicht in Rechnung gestellt, wenn wir die Karten noch weiterverkaufen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Über Amnesty International:
Amnesty International ist eine weltweite, von Regierungen, politischen Parteien, Ideologien, Wirtschaftsinteressen und Religionen unabhängige Mitgliederorganisation. Auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wendet sich Amnesty gegen schwer wiegende Menschenrechtsverletzungen. 1977 erhielt Amnesty International den Friedensnobelpreis. Amnesty International finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Regierungsgelder nimmt Amnesty nicht an, um finanziell und politisch unabhängig zu bleiben. Weiterführende Informationen unter www.amnesty.de.
Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen viel Liebe und Freude und Zeit für Musestunden bei uns im Fachwerk.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Salon.
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Alles live und ganz persönlich dann aber nur hier bei uns im Fachwerk!
Salon im Fachwerk
Gemischtes Doppel – APITZ, WEIN und BRANTZEN
Verehrte Salongäste! Liebe Freunde der kalten Winternächte!
Für den letzten Salonabend des Jahres haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht; und zwar ein kunstvolles Programm von Wein bis Weihnachten präsentiert von dem begnadeten Maler und Zeichner Michael Apitz und dem Schauspieler Klaus Brantzen. Die beiden sind bereits mit ihren beliebten Auftritten als Künstler-Duo bekannt.
Das ganze nennt sich „Gemischtes Doppel – APITZ,WEIN und BRANTZEN“ und ist ein wundervolles Allerlei zwischen Farben, Musik, Literatur, Wein und Weihnachten.
Anlass ist der wunderschöne, hochwertige Kunstband „Farben des Weines“ von Michael Apitz mit Malerei und Literatur durch die Weinberge, der jüngst erschienen ist und um den sich der Abend rankt. So ist der Salonabend denn eine Mischung aus Lesung, Musik und Kunst – der Maler höchstpersönlich spricht über seine Arbeit am Kunstband. Im zweiten Teil des Abends brilliert Klaus Brantzen mit Auszügen aus seinem Programm „Bethlehem und Gänsebrust“, einem alternativen Adventstündchen mit Texten und Songs von Kästner, Morgenstern, Ringelnatz, garniert mit Harfe, Cello, Zither und Psalter.
Dazwischen, davor und danach ist natürlich viel Zeit zum Parlieren und Philosophieren über Kunst und Kultur – ganz in Salonmanier versteht sich.
Über die Künstler:
Michael Apitz
Michael Apitz, geboren 1965 in Eltville/Rheingau, studierte Design an der FH-Wiesbaden und erhielt bereits 1997 den Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises. Er wurde zunächst bekannt als Zeichner des Comic-Helden „Karl, der Spätlesereiter“ und als Karikaturist. Seit über zehn Jahren widmet er sich der Malerei, insbesondere der Darstellung von Weinberglandschaften. Seine Werke präsentierte er in Einzelausstellungen u.a. in Wiesbaden, Frankfurt a.M. und Berlin.
Klaus Brantzen
Der gebürtige Mainzer studierte in seiner Heimatstadt, in Wiesbaden und Darmstadt Schauspiel und Musik. Seine Engagements führten ihn unter anderem an die Staatsoper Unter den Linden, das Theater am Kurfürstendamm und die Staatstheater Kassel, Darmstadt und Mainz. Außerdem wirkte er in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen wie “Ein Fall für zwei”, ”Wolffs Revier” u.a. mit.
Salon im Fach werk: Apitz, Wein & Brantzen
Zu Gast: Maler und Comiczeichner Michael Apitz & Schauspieler Klaus Brantzen
Beginn: Mitt woch, den 8. Dezember 2010, 19.0o Uhr, Einlass ab 18.3o Uhr
Ein tritt: 15,- EUR incl. Pro gramm, Thee und But ter broten, exkl. Wein
Ver an stal tungs ort: Haupt str. 1–3, 65344 Elt ville / Mar tins thal
Anmel dung: Die Salon ge sell schaft, Tele fon: 06123 / 709 830, Email: naegler@salongesellschaft.de
Bitte mel den Sie sich ver bind lich per Tele fon oder Email an. Absa gen am Ver an stal tungs tag wer den nur dann nicht in Rech nung gestellt, wenn wir die Kar ten noch wei ter ver kau fen können. Vie len Dank für Ihr Verständnis!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Salon!
Hier ist es warm und heimelig, es erklingen geistvolle Worte und traumhafte Klänge, die Thee jung frauen Kathrin und Birgit schwirren durch Salon und Bibliothek, Literatur wird gewälzt, Theetassen klirren, Weingläser werden geschwenkt und leckere Butterbrote serviert. Auch einen Salonlöwen haben wir mittlerweile zu bieten!
Salon im Fachwerk
mit Prof. Dr. Tilman Allert
Verehrte Freunde des Hauses! Liebe Gäste der geistvollen Kommunikation!
Warum lachen oder weinen wir, liebe Salongäste? Haben Sie sich das schon mal gefragt? Ich bin sicher, nicht in dieser Ausführlichkeit.
Wie entsteht in meinem Körper eine Erschütterung, wenn ein anderer einen Witz erzählt? Warum beginnt mein Körper Tränen abzusondern und zu schluchzen, wenn ich vom Tode eines anderen Menschen erfahre? Wir alle lieben es zu lachen und mitunter zwingt uns das Leben auch zu weinen. Wir weinen aber auch aus Freude oder aus Wut, nicht nur aus Trauer oder Besorgnis. Mit dem Lachen ist es natürlich weitaus leichter. Wir lachen über einen Witz, weil es uns gut geht, wenn wir mit Freunden oder der Familie zusammen sind, manchmal auch über andere. Wir lachen uns zu Tode, wir lachen über uns selbst. Allen Menschen ist das Lachen gemein. Wir weinen über den Tod eines Freundes, über eine gescheiterte Beziehung, über Misserfolg, oder einfach, weil wir traurig sind. Beide Reaktionen, das Lachen wie das Weinen, befreien uns von einem inneren Druck und lösen viele Blockaden auf.
Ursprünglich war das Lachen eine Drohgebärde, entstanden ist es aus dem Zähnefletschen. Es zeigte und zeigt immer noch, dass jemand ein gesundes Gebiss hat, es demonstriert also Kraft und war damit eine Drohgebärde nach außen. Innerhalb einer Gruppe aber hatte und hat es etwas Verbindendes: sich untereinander die Zähne zu zeigen heißt, Teil einer starken Gemeinschaft und ein gleichberechtigter Partner innerhalb der Gruppe zu sein.
Einer der ersten, die über die Gründe für diese ausschließlich dem Menschen vorbehaltene Form, Gefühle auszudrücken, unter wissenschaftlichen Aspekten nachdachten, war Charles Darwin. Er formulierte zwei Erklärungsansätze, die seitdem immer wieder diskutiert werden. Zum einen sei Weinen ein Hilfssignal, zum anderen wirke es entspannend. Weshalb Menschen allerdings salzige Tränen dabei vergießen, das erklärt weder die eine noch die andere These.
Wir allerdings widmen uns bei der Erörterung der Thesen über das Lachen und das Weinen dem vielleicht schönsten Werk des aus Wiesbaden stammenden Philosphen und Soziologen Helmut Plessner (1892 – 1985) “Lachen und Weinen”.
Der Frankfurter Soziologe Prof. Dr. Tilman Allert, nun schon bereits zum siebten Mal bei uns im Salon, hat dieses Thema aus gutem Grund zum salonfähigen Dialog ins Fachwerk gebracht. Gerade im Oktober hat er einen Jubiläumskongress für Helmuth Plessner organisiert, der u.a. auch in Wiesbaden und Frankfurt stattfand. “Lachen und Weinen” erschien 1941 und ist eine Untersuchung der Grenzen menschlichen Verhaltens, über die Tilman Allert wieder in gewohnter charmanter, lehrreicher und unterhaltsamer Manier philosophieren wird.
In seiner umfassenden Studie versucht Plessner, auf die folgenden Fragen Antworten zu finden: Welche Ausdrucksformen haben das Lachen und das Weinen? Aus welchen Anlässen wird gelacht bzw. geweint? Was ist der Zusammenhang zwischen den Anlässen für das Lachen und das Weinen?
Salon im Fachwerk: “Vom Lachen und Weinen des Menschen: Elementare Formen des menschlichen Lebens”
Zu Gast: Prof. Dr. Tilman Allert
Beginn: Mittwoch, den 10. November 2010, 19.3o Uhr, Einlass ab 19.oo Uhr
Eintritt: 12,- EUR incl. Programm, Thee und Butterbroten, exkl. Wein
Veranstaltungsort: Hauptstr. 1–3, 65344 Eltville / Martinsthal
Anmeldung: Die Salongesellschaft, Telefon: 06123 / 709 830, Email: naegler@salongesellschaft.de
Bitte melden Sie sich verbindlich per Telefon oder Email an. Absagen am Veranstaltungstag werden nur dann nicht in Rechnung gestellt, wenn wir die Karten noch weiterverkaufen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und einen anregenden Austausch mit Ihnen! Bringen Sie Freunde, Bekannte und Familie gerne mit zu uns ins Fachwerk.
Wiesbadener Kurier:
„Niemand wollte etwas wissen“
Erschienen auf www.wiesbadener-kurier.de am 15. Oktober 2010
Von Christina Schultz
INTEGRATION Experten versuchen sich bei der Salongesellschaft am Thema Nummer eins / Desinteresse auch für rückkehrende Deutsche
Nach einer langen Sommerpause von drei Monaten starteten die Salondamen Christiane Nägler und Beate Hiller mit einem brandheißen Thema in die neue Saison. Ohne Musik und Schnickschnack, dafür aber wie immer mit Tee und Butterbroten und angelehnt an die aktuelle Diskussion um das Buch von Thilo Sarrazin versuchten sich geladene Experten am Thema „Migration-Integration, Annäherung an einen Konflikt“. Ulrike Weber, Rektorin der Weingarten Gesamtschule in Kriftel, Hartmud Wemhoener, Pädagoge an der Ludwig-Erhard-Schule in Dotzheim sowie sein Kollege Peter Müller, sozialpädagogischer Betreuer der „SchuB“-Klassen (Lernen und arbeiten und Schule und Betrieb) stellten sich gemeinsam mit Hannah Kilic, einer seit über 24 Jahren in Deutschland lebenden Libanesin, dem brisanten Thema.
Den Fragen nach der Kommunikationsfähigkeit von Migranten, Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden auf die Spur zu kommen, war allen Vortragenden wichtig und doch betonten sie immer wieder: „Wir haben keine Antworten und Lösungen parat, unsere Beiträge erheben keinen Anspruch auf Expertentum“. Man könne nur von Beispielen erzählen, die den eigenen Erfahrungen in Schule und Alltag entspringen. Den durch Sarrazin forcierten kontroversen Dialog über schwierige Fragen zum Thema wolle man aufgreifen und weiterführen. Provokante Aussagen wurden in den Ring geworfen, Beobachtungen, Tendenzen und Strömungen dargelegt und so im Verlauf des Abends rege Diskussionen mit den Gästen angefacht.
Die Pädagogen wissen, wovon sie sprechen. Der Ausländeranteil an der Weingartenschule beträgt 30 Prozent, in der Ludwig-Erhard-Schule, einer Brennpunktschule im Schelmengraben, sogar 80 Prozent. Hier hat man es Tag für Tag mit schwierigsten Situationen zu tun, Jugendliche mit Migrationshintergrund aber auch deutsche Jugendliche seien oft am gegenseitigen Zusammenwachsen, der Annäherung und Finden von Gemeinsamkeiten nicht interessiert.
Ulrike Weber, die ihre Kindheit in Brasilien verbrachte und zweisprachig aufwuchs, erlebte ihre „Einbürgerung“ als deutsches Kind in Deutschland als enttäuschend: „Keiner hat sich für meine kulturelle Prägung im Ausland interessiert. Niemand wollte etwas wissen“. Und daran habe sich auch im Alltag der Migranten nichts geändert. Migration bedeute Wanderung von Individuen, Integration das Eingliedern, die Teilhabe an der neuen Gesellschaft.
Für Teilhabe gekämpft
Dass Hanna Kilic teilhaben kann, ist der ehemaligen Asylbewerberin nur mit absoluter Hartnäckigkeit und Willensstärke gelungen. Sie ist der Prototyp von Integration sowohl sprachlich, beruflich als auch als Frau in der deutschen Gesellschaft. Der Rückzug in die eigene Kultur, die Ausgrenzung von Mädchen, die uninteressierte Haltung von ausländischen Eltern am Schulsystem, die Entstehung von Parallelgesellschaften, stünden den Attacken gegen den Islam gegenüber, der Aufnahme und der Akzeptanz unserer Gesellschaft gegenüber den Einwanderern. Dies sei gleichbedeutend mit Ausgrenzung, meist von muslimischen Migranten, so Kilic. Mit Fremden aus Schweden, Frankreich und Holland sei man dagegen gerne befreundet. Doch die fehlende Integrationsbereitschaft vieler Migranten sei ein wichtiger Aspekt. Bildung beginne mit der Beherrschung der deutschen Sprache. „Lassen Sie uns doch von klassischen Auswanderungsländern wie Kanada und Australien lernen“. Dort würden die Sprachforderungen viel restriktiver gehandhabt.
Wiesbadener Kurier:
Von Stars und Sternchen
Erschienen auf www.wiesbadener-kurier.de am 12. Oktober 2010
Von Claudia Kroll-Kubin
KULTUR Konzertpromoter Fritz Rau plaudert aus dem Nähkästchen / Musik von Biber Herrmann
Von seinen aufregenden Erlebnissen beim „American Folk and Blues Festival“ der 60er bis 80er Jahre, plauderte der international bekannte Konzertpromoter Fritz Rau in der Martinsthaler Salongesellschaft beim „Biber´s Acoustic Salon“. Und gewährte dem vollen Haus einen Blick hinter die Kulissen der Stars und Sternchen.
6 000 Konzerte veranstaltet
„Ich rede so furchtbar gerne über Musik“, erklärte Fritz Rau vergnügt und freute sich den Abend auf der Bühne mit einem „Rheingauer Talent“, dem Singer-Songwriter Biber Herrmann, bestreiten zu dürfen. Handgemachte, akustische Musik sei seine Leidenschaft, so der international bekannte Konzertpromoter, der 1930 in Pforzheim geboren wurde und in seinen 50 Berufsjahren über 6 000 Konzerte veranstaltet hat. Fidel wippte er mit seinen Füßen, als Biber Herrmann mit „You Gotta Move“, von Mississippi Fred McDowell, in die Gitarrenseiten griff. Dann erzählte der Grandseigneur der Musikbranche von den Anfängen des „American Folk and Blues Festival“, das er ab 1962 mit Horst Lippmann präsentierte.
Das Festival war eine Folk- und Blues-Tourneeserie, die ausschließlich in Europa stattfand. Und vielen US-amerikanischen Bluesmusikern, die oftmals nur lokal bekannt waren, ein gemeinsames Spielen auf internationalen Bühnen ermöglichte. So entdeckte Lippmann bei seinen USA-Reisen im Vorfeld des Festivals die besten Bluesmusiker in den Ghettos. Eindrucksvoll erzählte Rau von den „schwarzen Schallplattengenies“. Unter anderem erwähnte er den US-amerikanischen Bluesmusiker Willie Dixon, der damals, wie viele andere Musiker, keinen festen Wohnsitz hatte. „Ab und an schrieb er eben eine Ansichtskarte“, so Rau. Und stellte die vom Blues ausgehende Kraft heraus: „Die Leute in den Ghettos haben mit ihm ihr eigenes Überlebensmittel geschaffen.“
Nach einer musikalischen Einlage von Biber Herrmann mit „I Can´t Be Satisfied“ von Muddy Waters, leitete Rau zu seiner Autobiografie „Backstage“ über. Unter anderem sprach er über Erlebnisse mit den teilweise sehr eigenen Bluesmusikern im Rahmen der Tournee, wie etwa mit Sonny Boy Williamson, der auf dem Hotelzimmer ein Kaninchen kochte, oder Mundharmonikaspieler Shakey Jake, den Rau, der frühere Rechtsreferendar nur mit viel Geschick vor dem Knast bewaren konnte. Auch von einem damals noch eher unbekannten Mick Jagger von den Rolling Stones hatte Rau einiges zu erzählen.
Weiter sprach er die Tourneeplakate an, die der Graphik-Designer Günther Kieser gestaltet hatte. Und der in seinen meist surrealistischen Werken die Visualisierung der Musik anstrebte. Populär ist beispielsweise sein Entwurf zu Jimi Hendrix, aus dessen voluminöser Haarmähne sich zahlreiche Stromkabel schlängeln.
Begegnung mit Jimi Hendrix
„Ich habe nie Künstler nach Deutschland gebracht, die ich vorher nicht erlebt habe“, sagte Rau. Und seine blauen Augen funkelten, als er über die Begegnung mit Jimi Hendrix 1967 sprach, den er sogleich unter Vertrag nahm. Aber auch eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Gitarrenvirtuosen. Schmunzelnd erwähnte er, wie Jimy bei ihm in Oberursel zu Gast war und das Haustier, ein kleiner Vogel, aus dem Käfig in seine Haarpracht flog. Und wie der Vollblutmusiker ihm zuliebe Spätzle gegessen hatte, die ihm gar nicht bekamen.
Salon im Fachwerk
Migration/Integration – Annäherung an einen Konflikt
Verehrte Salongäste! Liebe Freunde der Salongeselligkeit!
Der Herbst ist da, und es ist an der Zeit, wieder in den Salon zu gehen, sich auszutauschen und zu unterhalten, interessante Menschen zu treffen und bei Thee und Wein bewegende Themen zu diskutieren.
Erinnern wir uns nochmal an die Grundzüge der Salonkultur:
- Salons waren und sind “Katalysatoren für den Übergang von schichtenspezifischer zu funktionaler Gesellschaftsdifferenzierung, denn hier verlor der ‘Geburtsadel’, indem er sich mit dem ‘Geistesadel’ mischte, seine herausragende Stellung.
- Salons waren und sind eine Schnittstelle für die Umverteilung von Wissen. Der Salon fungierte als Umschlagplatz für Informationen und Ideen, eines angemessenen Diskurses und als Treffpunkt großer Geister.
- In der Regelmäßigkeit der Salons fand und findet eine Erneuerung zwischenmenschlicher Verbindungen statt. Im Entwickeln und Erproben von Konversationsformen fand die salonäre Runde eine den Geist und Verstand angenehm anregende Unterhaltung.
Die besten Voraussetzen also für das sensible Thema, an das wir uns nun wagen wollen! Denn: die aktuelle Diskussion um das Buch von Thilo Sarrazin ist auch an uns nicht spurlos vorbei gegangen.
Mit Hartmud Wemhoener, Freund des Hauses, Koch der bei Ihnen so beliebten Salonsuppen und selbst Pädagoge haben wir schon sehr oft über das Thema “Migration/Integration” gesprochen und die Vielfältigkeit und Komplexität dieses sehr sensiblen Themas erfahren. So dachten wir, ist es an der Zeit, dass sich auch die Salongesellschaft dem Dialog über ein tabuisiertes Thema nähert und starten damit gleich in die Salonsaison, zu der wir Sie recht herzlich am kommenden Mittwoch, den 13. Oktober 2010 in den Fachwerksalon laden möchten.
Kurz zu den aktuellen Zahlen
Jeder Fünfte in Deutschland hat ausländische Wurzeln, und der Anteil von Menschen mit ausländischer Herkunft steigt. Im Jahr 2008 hatten 19 Prozent der hier lebenden Menschen einen sogenannten Migrationshintergrund.
Die Statistik erfasst Menschen, die als Ausländer und Spät-Aussiedler nach 1950 nach Deutschland gekommen sind sowie ihre Nachkommen. Das waren 2008 insgesamt 15,6 Millionen der 82,1 Millionen Einwohner Deutschlands, die meisten von ihnen aus der Türkei sowie den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Zugleich sank die deutschstämmige Bevölkerung wegen der hohen Sterberate um 277.000 auf 66,6 Millionen.
Weil die Einwohner mit Migrationshintergrund im statistischen Durchschnitt insgesamt aber deutlich niedrigere Schul- und Berufsabschlüsse haben und häufiger erwerbslos sind als das Gros der Gesellschaft, ist ein grosser Bedarf an Investitionen in die Bildung vonnöten. Die Statistik weist aus, dass rund 14 Prozent der Migranten keinen allgemeinen Schulabschluss haben. Für deutschstämmige Bundesbürger beträgt dieser Wert nicht einmal zwei Prozent. Überdies haben rund 44 Prozent der Menschen mit ausländischer Herkunft keinen Berufsabschluss, bei denen ohne Migrationshintergrund ist es nur jeder Fünfte.
Auch die Erwerbsstatistik zeigt eine Kluft: Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren sind demnach fast doppelt so häufig erwerbslos oder gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach.
Gemeinsam mit den drei Pädagogen Ulrike Weber, Realschulzweigleiterin der Weingarten-Schule in Kriftel; Hartmud Wemhoener, Pädagoge an der Ludwig-Erhard-Schule in Wiesbaden; und Peter Müller, verantwortlich für die sozialpädagogische Betreuung an der Ludwig-Erhard-Schule, der sog. „SchuB-Klassen“ (Schule und Betrieb) möchten wir versuchen, den Dialog über ein tabuisiertes Thema aufzunehmen und die Erfahrungen der Experten aus dem Schulbetrieb mit einfließen lassen.
Zur Debatte im Salon stehen Fragen nach der grundsätzlichen Kommunikationsfähigkeit von Migranten, Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. Geladen ist außerdem die seit 14 Jahren in Deutschland lebenden Libanesin und Bilanzbuchhalterin Hannah Kilic, die von ihren Erfahrungen sprechen wird. In szenischen Spielsituationen sollen Beispiele und Erfahrungen zu einem offenen Dialog anregen, helfen Unterschiede zu verstehen und eine neue Offenheit transportieren.
Salon im Fachwerk: “Migration/Integration – Annäherung an einen Konflikt”
Zu Gast: Die Pädagogen Ulrike Weber, Hartmud Wemhoener und Peter Müller
Beginn: Mittwoch, den 13. Oktober 2010, 19.3o Uhr, Einlass ab 19.oo Uhr
Eintritt: 12,- EUR incl. Programm, Thee und Butterbroten, exkl. Wein
Veranstaltungsort: Hauptstr. 1-3, 65344 Eltville / Martinsthal
Anmeldung: Die Salongesellschaft, Telefon: 06123 / 709 830, Email: naegler@salongesellschaft.de
Bitte melden Sie sich verbindlich per Telefon oder Email an. Absagen am Veranstaltungstag werden nur dann nicht in Rechnung gestellt, wenn wir die Karten noch weiterverkaufen können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und einen anregenden Austausch mit Ihnen! Bringen Sie Freunde, Bekannte und Familie gerne mit zu uns ins Fachwerk.

