Der Mythos der Theejungfrau in der Geschichte der Salontradition ist legendär, und wir wollen heute das kleine Geheimnis um die unbekannte Dame etwas lüften.
Gehen wir erstmal der Geschichte auf die Spur: Es gibt dieses Zitat aus den Papieren des Grafen von Salm über einen Besuch im Salon der Rahel Varnhagen, in dem wir erste Belege für eine solche Theejungfrau finden: "Unterdessen hatte sich die Gesellschaft durch einige Frauenzimmer vermehrt, mit denen auch Brinkmann sich gleich zu thun machte. Sie gehörten zum Hause; die eine nahm sich des Theemachens an, der anderen wurde ich vorgestellt, sie war die Schwägerin der Demoiselle Levin, mit der sie übrigens keine Geistesverwandtschaft zeigte."
Auch bei dem Philosophen Friedrich Schlegel können wir nachlesen, dass die Salons "lockere Gesprächsgruppen ohne Tabu und Eintrittskarte waren, zu denen man/frau einfach hinging, um die Seele zu stärken bei dünnem Tee und Gebäck oder aber um in romantischer „Symphilosophie“ die Welt im Geiste aus den Angeln zu heben."
Und natürlich nicht zu vergessen das berühmte Teegedicht von Heinrich Heine, dass er in der Stehelyschen Konditorei am Berliner Gendarmenmarkt, schrieb, und welches Sie hier nachlesen können.